Baureihe 215

Die Lokomotiven der Baureihe 215 wurde kurzfristig als Variante der V160-Familie für den Personen- und Güterverkehr beschafft und dabei im Gegensatz zu anderen Baumustern der V160-Familie mit Heizdampferzeugern ausgerüstet. Geplant war sie im alten Baureihenschema als V 163. Diese Lokomotiven sollten später in die Baureihe 218 umgebaut werden können. Dazu erhielt sie bereits den um 400 Millimeter verlängerten Lokkasten anderer bis dahin nur als Prototyp vorhandener Baureihen. Der Hauptgrund für den Bau der Baureihe 215 lag darin, dass die Reihe 218 noch nicht Serienreife erreicht hatte, die Bundesbahn aber die restlichen noch vorhandenen Dampflokomotiven ersetzen wollte. 1968 bis 1970 wurden insgesamt 150 Lokomotiven gebaut.

Unterbaureihe 215.9

Im Sommer 2003 kaufte DB AutoZug insgesamt 18 Loks von DB Regio, ließ 14 Stück analog zur Baureihe 225 umbauen und bezeichnete sie als Baureihe 215.9. Die übrigen vier Lokomotiven dienten als Ersatzteilspender. Auf die ursprünglich vorgesehene Umzeichnung in die Baureihe 225.9 wurde verzichtet, weil die Baureihe 215 bereits aus dem Fahrzeugbestand ausgeschieden und die Nummer zur Neubelegung frei war.

Der für die Dampfheizung benötigte Heizkessel und der Speisewasserbehälter wurden ausgebaut. Stattdessen wurden ein Vorwärmgerät und ein Ballastgewicht eingebaut. Die Motoren blieben in den Fahrzeugen. Der Tank wurde umgebaut und erhielt ein Fassungsvermögen von 2700 Litern Dieselkraftstoff und 650 Litern Heizöl. Die Lokomotiven wurden für den digitalen Zugbahnfunk GSM-R ausgerüstet und erhielten neue Drehgestelle mit automatischen Bremsgestängestellern.

Das Einsatzgebiet der Baureihe 215.9 waren die als SyltShuttle bezeichneten Autozüge zwischen Niebüll und Westerland. Der Einsatz dieser Baureihe endete 2008. Im März 2008 wurden die Lokomotiven von der Ausbesserung zurückgestellt und im September endgültig abgestellt. Die letzte betriebsfähige Lokomotive, 215 901, absolvierte ihre letzte Fahrt am 11. und 12. September 2008. Sie zog einen aus vier weiteren Loks der Baureihe 215.9 bestehenden Lokzug von Westerland nach Chemnitz. Die Lokomotiven werden auf dem Gelände des dortigen DB-Werkes bis zur Verwertung abgestellt.

Unterbaureihe 225

Die Loks dieser Baureihe entstanden ab dem Jahr 2001 durch Umzeichnung oder Umbau von 68 Lokomotiven der Baureihe 215. Weitere sechs Fahrzeuge wurden 2003 und 2005 aus der Vorserie der Baureihe 218 zur Baureihe 225.8 umgezeichnet.

Bei einigen der zuvor von DB Regio im Personenverkehr eingesetzten Lokomotiven der Baureihe 215 wurde mit dem Verkauf die Dampfheizung ausgebaut, da diese für Güterzüge nicht mehr benötigt wurde. Stattdessen wurde ein Vorwärm- und Warmhaltegerät für die Maschinenanlage eingebaut. Ein großer Teil der umgezeichneten Loks behielt zunächst die Dampfheizung, wurde jedoch teilweise später umgebaut, häufig im Zusammenhang mit Hauptuntersuchungen. Weiterhin eine Sonderstellung nehmen hier die Lokomotiven mit den Ordnungsnummern 030 bis 032 ein, die bereits vor der Umzeichnung eine elektrische Zugheizung erhielten, welche sie auch heute noch besitzen (technische Angaben finden sich im Artikel über die Baureihe 215). Außerdem besitzen die Loks eine Doppeltraktionssteuerung, die Doppeltraktionen mit Loks der Baureihen 217 und 218 ermöglichen. Pärchen aus je einer Lok der Baureihen 217 und 225 sind zum Beispiel rund um Mühldorf üblich.

© Günter Kunkel, September 2012
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